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Radijojo01.08.2014


Leben Videokonferenz

Schüler nehmen weite Wege für Bildung auf sich

Radijojo-Reporter erfahren, wie Kinder in Mali leben und lernen

 

 

Mali gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. 60 Prozent des Landes besteht aus Wüste. Das Leben hier ist hart und anstrengend. Viele Kinder in Mali können nicht zur Schule gehen, es gibt nicht genug Schulen und Lehrer. Schwer vorstellbar für Kinder, die in Deutschland aufwachsen. Gerade deshalb haben unsere Radijojo-Reporter viele Fragen an die Kinder aus Malis Hauptstadt Bamako.



Zu Beginn gibt es leider einige Probleme mit der Internetverbindung. Die Schulklasse in Mali ist technisch nicht so gut ausgerüstet, aber der Lehrer Sounkalo Dembele arbeitet so gut er kann an der Verbindung, um den Austausch zu ermöglichen. Heute skypen die Radijojo-Kids mit Schülern zwischen 14 und 16 Jahren, die am „iEarn-Projekt“ teilnehmen, einem Projekt, das globales, gemeinsames Lernen fördert. Auch Radijojo ist Mitglied dieses Netzwerks.



Endlich können sich die Kinder aus Berlin und Bamako gegenseitig sehen – allerdings noch immer nicht hören. Aber auch mit Händen und Füßen schaffen sie es, miteinander zu reden. Beide Seiten winken, die Radijojo-Reporter halten die selbst gemalte Flagge von Mali hoch und Michelle bildet mit den Händen ein Herz, das sie in die Kamera hält. Natürlich bekommt sie sofort ein Herz zurück.



Nach weiteren Arbeiten an der Verbindung kann es endlich auch mit der Fragerunde losgehen. Die Schüler aus Mali wollen zuerst wissen: „Seid ihr glücklich, dass ihr Weltmeister geworden seid?“ Natürlich fangen die Radijojo-Kids sofort an zu jubeln. Das muss als Antwort reichen. Außerdem interessiert die malischen Kinder, was die deutsche Flagge bedeutet, die sie so häufig während der Fußball-Weltmeisterschaft im Fernsehen gesehen haben. Nach einigem "Rumüberlegen", können sich die Berliner Kinder auf eine Antwort einigen: Die deutsche Flagge hat eine lange Geschichte. Sie wurde in Deutschland schon als Symbol benutzt, als es noch einen Kaiser gab. Die drei Farben kommen daher, dass die Soldaten schwarze Anzüge mit goldenen Knöpfen und rotem Kragen getragen haben. Heute allerdings symbolisiert die Flagge Zusammenhalt und Einigkeit.



Die Flagge von Mali vereint die Farben grün, gelb und rot. Auch die Radijojo-Reporter interessiert die Bedeutung der Landesfahne. Sie erfahren, dass das Grün die Natur des Landes repräsentiert, das Gelb die Bodenschätze (wie zum Beispiel Gold) und Rot für das Blut steht, das im Kampf um die Unabhängigkeit Malis vergossen wurde.



Viele Fragen der Radijojo-Reporter drehen sich um Schule und Bildung in Mali. Sie wollen wissen, wie der Schulalltag aussieht, wie die Kinder dort zur Schule kommen und welche Fächer unterrichtet werden. Gerne berichten die Skype-Partner davon. Sie werden mit sechs Jahren eingeschult und gehen 12 Jahre lang zur Schule, um das „Bacalaureat“ (so etwas ähnliches wie das Abitur in Deutschland) zu erreichen.



Die meisten müssen jeden Tag zu Fuß zur Schule gehen, einige wenige haben ein Fahrrad oder werden mit dem Auto gebracht. Der Schulweg dauert in der Regel eine Stunde oder weniger. Nur die Schüler aus den ländlichen Gebieten müssen manchmal sehr weit laufen, mehrere Stunden am Tag, um zur Schule zu gelangen. Auf die Fragen, was ihre Lieblingsfächer sind, antworten die malischen Schüler: „Geschichte, Englisch, Grammatik, Mathe und Biologie.“



Aber nicht nur der Schulalltag und der Weg zur Schule gestalten sich in dem afrikanischen Land anders als in Deutschland. Auch die Freizeit sieht anders aus. Während hier in Deutschland nach der Schule fast alle Kinder spielen dürfen, müssen in Mali vor allem die Mädchen ihren Müttern viel im Haushalt helfen, bevor sie spielen dürfen. Die Jungs haben etwas mehr Glück, sie gehen nach der Schule raus, um Fußball zu spielen oder sie können sich mit Videospielen die Zeit vertreiben. Auf die Frage, ob sie auch Instrumente spielen, antworten zwei Jungs, dass sie gerne trommeln.



Insgesamt ist Musik sehr wichtig in dem afrikanischen Land. Die typischen Trommeln heißen „Djembé“. Sie bestehen aus einem ausgehöhlten Baumstamm, der meist mit geschorenem Ziegenfell überspannt wird. Die Schüler berichten außerdem von einem traditionellen Instrument, das in Mali erfunden wurde. Es heißt „Ngoni“. Es sieht ähnlich aus wie eine Gitarre, allerdings mit einem sehr langen Hals und nur drei oder vier Saiten.



Auf die Frage, was sie später einmal werden möchten, geben die malischen Kinder verschiedene Antworten: einige wollen gerne in die Wirtschaft gehen, andere möchten eine eigene Firma aufbauen, bei einer Bank arbeiten, Arzt oder Politiker werden. Andere haben noch größere Wünsche, wie Fußball-Star oder Präsident von Mali.



Egal, was die Zukunft für sie bereit hält, die Radijojo-Kids wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft und bedanken sich ganz herzlich bei Sounkalo Dembele und seinen Schülern für das spannende Gespräch.

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